Entgelt

4.    Welche unterschiedlichen Vergütungsformen gibt es (Zeitvergütung vs. Akkordlohn, Prämien und Provision)?

Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Vergütungsformen. Zunächst ist zwischen einer Zeitvergütung und einer Akkordvergütung zu unterscheiden.

Bei einer Zeitvergütung wird die Höhe der Entlohnung nach der vom jeweiligen Beschäftigten geleisteten Arbeitszeit ohne Rücksicht auf das konkrete Arbeitsergebnis berechnet. Es kommt hier also für die Vergütungshöhe lediglich auf die vereinbarte bzw. real geleistete Arbeitszeit an - und nicht auf die Qualität der Arbeit. In den meisten Arbeitsverhältnissen ist dies die gängige Vergütungsform.

Im Gegensatz dazu wird bei der Akkordvergütung die Höhe der Entlohnung nach dem erbrachten Arbeitsergebnis berechnet. Die Vergütung ist also je höher, je schneller und effektiver der Beschäftigte arbeitet. Die Akkordvergütung wird daher auch als Leistungsvergütung bezeichnet. Es wird üblicherweise zwischen zwei Arten der Akkordvergütung unterschieden, dem Geld- bzw. Stückakkord und dem Zeitakkord:

Beim Geld- bzw. Stückakkord wird für eine bestimmte Arbeitsleistung im Vorfeld ein bestimmter Geldfaktor festgelegt (bspw. für die Produktion von einem Bauteil 20 €, für das Verputzen von 1m² Wand 20 €). Die konkrete Vergütung richtet sich dann nach der Anzahl der erbrachten Einzelleistungen und dem jeweiligen Geldfaktor.

Beispiel: Es wurden 100 Bauteile im Monat gefertigt, pro Bauteil 20 € Stückakkord = 2.000 € für den Monat).

Beim Zeitakkord wird für eine bestimmte Arbeitsleistung im Vorfeld eine bestimmte Arbeitszeit festgelegt, in der diese Arbeitsleistung erbracht werden soll (sog. Vorgabezeit). Für jede Minute der vorgegebenen Zeit wird ein bestimmter Geldbetrag (Geldfaktor) festgelegt. Der konkrete Verdienst berechnet sich dann aus einer Multiplikation der Vorgabezeit mit dem Geldfaktor und der fertiggestellten Stückzahl.

Neben Zeit- und Akkordvergütung sind häufig auch Prämien Bestandteil der Vergütung. Prämien sollen eine bestimmte Leistung honorieren, bspw. für eine bestimmte Arbeitsmenge (Mengenprämie, Überstundenprämie), für eine bestimmte Qualität (Güteprämie) oder für sonstige Leistungen, bspw. eine Treuprämie für eine bestimmte Betriebszugehörigkeit oder eine Gesundheitsprämien, wenn keine oder nur eine geringe Anzahl von Krankheitstagen vorliegen. Prämien werden in der Regel zusätzlich zur Grundvergütung gezahlt. Es ist aber auch möglich, dass die gesamte Vergütung nach einem Prämiensystem berechnet wird.

Neben Prämien kommen in der Praxis auch weitere Vergütungsarten in Betracht, wie beispielsweise Provisionen oder Gratifikationen:

Provision ist eine in Prozentzahlen ausgedrückte Umsatzbeteiligung des Beschäftigten an dem von ihm abgeschlossenen Geschäften bzw. dem Wert der geleisteten Arbeit. Provisionen werden in der Praxis häufig für Verkaufspersonal vereinbart (bspw. 1 % Provision für jeden verkauften Neuwagen).

Als Gratifikationen werden Sonderzuwendungen bezeichnet, die aufgrund von bestimmten Anlässen gezahlt werden, wie beispielsweise Urlaubs- oder Weihnachtsgeld.

Es ist auch eine Kombination der verschiedenen Vergütungsformen möglich.