sachgrundlose Befristung

Ende durch Zeitablauf oder Kündigung?

Sollte ein sachgrundlos befristeter Arbeitsvertrag geschlossen werden, endet das Arbeitsverhältnis erst bei Ablauf dieser Zeit (wenn keine Verlängerung erfolgt). Im Arbeitsvertrag kann jedoch ein Passus enthalten sein, dass dieser vor Ablauf des vereinbarten Endes ordentlich gekündigt werden kann.

Für den Arbeitnehmer bedeutet dies zum Beispiel, dass er sich auf die Dauer eines Arbeitsverhältnisses, welches er schriftlich befristet auf 2 Jahre abgeschlossen hat, nicht verlassen kann!

Bei Abschluss eines Arbeitsvertrages sind generell Aufmerksamkeit oder eventuell auch anwaltliche Prüfung erforderlich.


Beispiel:

Der Arbeitnehmer X schließt einen schriftlichen Arbeitsvertrag (befristet auf 2 Jahre) mit dem Arbeitgeber Y ab. Einige Tage später beginnt er seine Arbeit. Nach einem Jahr erhält X von Y eine schriftliche (ordentliche) Kündigung. Dem X wird bei einem Gespräch mit Y mitgeteilt, aus welchen wirtschaftlichen Gründen die Kündigung erfolgen musste.

Der Arbeitnehmer X fühlt sich sicher und wendet gelassen ein, dass sein Vertrag ja noch ein Jahr lang läuft und erst am 11.11. des folgenden Jahres endet, da dies so vereinbart ist.
Was tut der Arbeitgeber Y? Er zeigt dem X den Punkt 4. des Arbeitsvertrages und liest ihm vor, dass das Arbeitsverhältnis jederzeit unter Einhaltung der gesetzllichen Kündigungsfrist beendet werden kann.

In einem solchen Fall ist es höchstwahrscheinlich, dass der Arbeitnehmer X sein Arbeitsverhältnis vor Ablauf der vereinbarten zwei Jahre verliert. Und dies genau aus dem Grund, weil er einen Vertrag mit einer solchen Kündigungsmöglichkeit unterzeichnet hat.

WICHTIG:
Bei Abschluss eines jeden Arbeitsvertrages - in diesem Fall speziell bei einem befristeten - ist dem Arbeitnehmer dringend zu raten, den Vertrag sehr aufmerksam zu lesen und bei Unsicherheit einer anwaltlichen Prüfung zu unterziehen.

Wie in dem geschilderten Fall zu sehen, bedurfte es hier nur einer sonst recht gängigen Formulierung "Kündigung möglich", die jedoch enorme Folgen bei einem befristeten Arbeitsvertrag haben kann.

Die Chance, zwei Jahre lang ein bestimmtes Arbeitsverhältnis zu haben, ist also hier nicht abgesichert worden, obwohl es leicht möglich gewesen wäre!

zuletzt bearbeitet: 07.07.2011 / Susanne Biste

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