Unwort des Jahres 2009 - "betriebsratsverseucht"
In den Medien hat es im vergangenen Jahr Berichte über eine Baumarktkette gegeben, in der dieses Wort von Abteilungsleitern verwendet wurde, wenn ein Mitarbeiter von einer Filiale mit Betriebsrat in eine Filiale ohne Betriebsrat wechseln wollte.
Arbeitnehmern aus Filialen mit Betriebsrat werde ihr bisheriges Vetrauen in eine Arbeitnehmervertretung vorgehalten. Eine Einstellung dieser Arbeitnehmer wäre dadurch gefährdet.
Die Jury begründet ihre Wahl wie folgt:
"Die Wahrnehmung von Arbeitnehmerinteressen "stört" zwar viele Unternehmen, sie als "Seuche" zu bezeichnen, ist indes ein zumindest sprachlicher Tiefpunkt im Umgang mit Lohnabhängigen."
[www.unwortdesjahres.org]
Ein Mitarbeiter der Baumarktkette BAUHAUS hatte in der ARD-Sendung „Monitor“ geschildert, dass Abteilungsleiter Mitarbeiter als „betriebsratsverseucht“ bezeichnen, die von einer Filiale mit Betriebsrat in eine Filiale ohne Betriebsrat wechseln wollen.
Der Gesamtbetriebsratschef von Opel, Klaus Franz, beurteilte das Unwort mit einem süffisanten Schmunzeln und sagte der dpa: „Da Opel „betriebsratsverseucht“ ist, gibt es das Unternehmen noch und viele zig Tausende Arbeitsplätze in Deutschland und Europa.“
Datum: 20.01.2010/Thomas Berger
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